Wiederaufbau der Agrarschule von Donihue nach dem Erdbeben in Chile vom Februar 2010


Als am 27.2.2010 um 3:34 Uhr in Chile die Erde bebte, hatten Viele Glück, dass sie noch im Bett lagen und nicht schon auf den Straßen unterwegs waren. Autobahnen bekamen tiefe Spalten und Brücken stürzten ein wie Kartenhäuser. Für ein Beben der Stärke 9,0 waren die meisten Brücken und Überführungen nicht gebaut worden. So waren die Opferzahlen von rund 700 Toten noch verhältnismäßig gering, da zumindest die meisten Häuser in und um Santiago de Chile erdbebensicher gebaut waren.

Wie sich ein solches Erdbeben in einem sicher gebautem Einfamilienhaus am Rande Santiagos anfühlt, erzählten uns unsere Freunde Pepe und Pupy Busch bei unserem Besuch im November 2011. „Es ist einfach der pure Horror, es gibt einen furchterregenden grollenden Krach, es schüttelt einfach alles durch, und nach ein paar Minuten sind Schränke und Vitrinen umgestürzt, sämtliche Küchenutensilien, Teller, Gläser liegen überall auf dem Boden verstreut.“

Santiago liegt etwa 300 km nördlich vom Epizentrum bei Constitucion entfernt und dort gab es dann auch die meisten Opfer zu beklagen. Zumal nach dem Erdbeben noch ein verheerender Zunami dazukam.

Als Pepe Busch von den großen Schäden an der Agrarschule von Donihue, etwa 100 km südlich von Santiago erfuhr und sich die Verwüstungen angesehen und fotografiert hatte, machte er umgehend an alle seine Freunde in Chile und der ganzen Welt einen Spendenaufruf. In dieser Schule, ist er noch vor 60 Jahren selbst Schüler gewesen.

Auch ich bekam seinen Aufruf und mir schien ein solch konkretes Projekt passend für ein Table-Hilfsprojekt, geeigneter jedenfalls als eine anonyme Spende an eine große Hilfsorganisation. Ich gab den Hilferuf nach Erhalt der Unterstützungszusage des Fördervereins der Freunde von Round Table 131 umgehend an alle Old Tabler im Distrikt 7 weiter und an viele private Freunde.

Als sich nach zwei Wochen gerade mal ein befreundetes Ehepaar aus Bayern mit 100 Euro gemeldet hatten, bin ich in Panik geraten und fragte mich, was hast Du falsch gemacht? Wieso diese geringe Reaktion? Diese sympathischen Jungs vor ihrer zerstörten Schule mussten doch ein paar mehr Herzen weich werden lassen! Nach einem erneutem Aufruf, unterstützt durch Engelbert Friedsam, tröpfelte es zuächst, dann kam doch immer mehr und am Schluß hatten wir  über 2000,- Euro zusammen, die der Förderverein auf 2131 Euro „aufrundete“ Als Pepe Busch die gesammelten Gelder im April sozusagen als „Soforthilfe“ übergab, hatte er mehr als 12000,- Euro gesammelt.

Pepe Busch hat zu seinem 70’gsten eine aufwändige Videoanlage angeschafft. Nun wünscht er sich Anschauungsmaterial für die Schüler in Form von DVD’s über beispielsweise ökologisch-nachhaltige Landwirtschaft, Wassergewinnung sowie alle möglichen Filme über landwirtschaftliche Themen (in spanisch, englisch oder deutsch)

Im November dieses Jahres machten meine Frau Britta und ich endlich unsere schon 2010 geplante Reise nach Chile wahr. Schon am ersten Tag nach unserer Ankunft in Santiago fuhren wir mit den Busch nach Donihue, um die Schule zu besuchen und zu sehen, was aus unseren Spenden geworden ist. Die beigefügten Fotos zeigen Gebäudeteile wie sie nach dem Erdbeben aussahen. Diese mussten komplett abgerissen werden. Weiterhin gab es Teile der Schule, die erdbebensicher gebaut waren und nur geringe Schäden aufwiesen. Z.Zt. wird an der Errichtung neuer Gebäudeteile gebaut, selbstverständlich erdbebensicher.

Einige der Schüler haben sich in die Festtracht eines „Huaso“ (entspricht argentinischem Gaucho) geworfen, um die anlässlich des 70’gsten von  Pepe Busch in Empfang zu nehmen.

Die Gastfreundschaft des Schul-Direktors mit seiner Frau nahmen die Buschs und die Jungs wahr.


Bericht: Dieter Jung | Fotos: Britta Jung