OT 131 Wiesbaden zu Gast bei OT 53 im Spreewald vom 14. Bis 17. Juni 2012

Der Patentisch von OT 131, die Freunde aus Dresden OT 53, haben traditionsgemäß dieses Jahr einen Besuch im Spreewald hervorragend organisiert.

Start war am Donnerstag, 14. Juni, Treffen, um 11.15 Uhr. Treffpunkt bei Baldur und Monika. Ergänzt wurde die Reisegruppe mit Franz aus Biberach, Peter und Karin, Dieter und Britta, Präsi Roberto, Ferdi und Klaus. Weil sechs Stunden Fahrt in den Spreewald „zu lange“ ist, musste auf dringenden Rat von Baldur einen Pausen-Stop in Schorba gemacht werden, weil es dort die weltberühmte Thüringer Bratwurst gibt (es hatte sich gelohnt!)

Gegen 17 Uhr wurden wir von unseren Freunden und ihren liebenswerten Frauen im Hotel „Zur Seerose“ in dem kleinen Städtchen Burg, herzlich begrüßt! Wir waren voller Erwartungen, was für uns wohl ausgeheckt wurde (nach den Erfahrungen im Elbsandsteingebirge)? Gewiss ein bisschen sportiv?! Nach dem gemeinsamen Abendessen gab viel zu erzählen, wie es so nun einmal ist.

Der Freitag begann entspannt: Frühaufsteher Franz und Klaus (Zimmer-genossen) hielt es nicht im Bett und starteten um 7.30 Uhr mit einer Flasche Sekt, draußen auf der Hotel-Terrasse. Die Sonne schien schon herrlich, es war etwas Einmaliges. Nach dem Frühstück wurde es Ernst: Fahrradtour durch den Spreewald, angesagt waren etwa 40 Kilometer, alles flaches Gelände, kein Problem. Der Spreewald war dem einen oder anderen bekannt, aber was wir dann erlebten, das war faszinierend, durch Wälder, an saftigen Wiesen vorbei, romantische ältere Gehöfte, den Kanälen entlang, Störche bei strahlendem Himmel.

Erster Halt war die Slawenburg Raddusch, einer ringwallförmigen Burganlage aus dem 9./10. Jahrhundert mit einer eindrucksvollen Archäologie-Ausstellung. Eine kleine Zeitreise durch die mehrtausendjährige Vergangenheit der Niederlausitz. „Entdeckt“ wurde der Ringbau beim Braunkohlen-Tageabbau.

Das nächste Highlight war das Freilandmuseum Lehde, zurück ins 19. Jahrhundert! Ein authentischer Einblick in die Lebensweise sorbischer/wenischen Spreeewaldbewohner vor 150 Jahren: reetgedeckte Blockhäuser, Trachten, die Verarbeitung der berühmten Spreewaldgurken und Meerrettich. In den original eingerichteten Häuser konnte man nachempfinden wie die Menschen seinerzeit lebten.

Unsere Dresdner Freunde waren auf alles vorbereitet, zwischendurch gab es Motivationsschübe auf leichter alkoholischer Weise. Peter (Frach) ist der perfekte Fremdenfürher, der scheinbar den Spreewald bestens kennt, machte uns immer wieder Mut: nur noch um die Ecke (da hinten am Horizont) dann nur noch zwei Kilometer und wir sind in Burg. Die Sonne krachte, einige hatten schon Sitzprobleme
auf dem Drahtesel, aber es wurde geschafft, trotz erweiterter Kilometerzahl: es waren keine 40 Kilometer, sondern rund 60. Ein toller Tag, bei bester Stimmung, vielen herrlichen Eindrücken ging zu Ende beim Abendessen und Reflexionen des Tages.

Der Samstag sollte wieder sportlich erlebt werden. Allerdings konnte gewählt werden zwischen Kahnfahren, das hieß, sich fahren lassen, sitzend, gemütlich oder per Paddelboot durch die Spreewalder Kanäle. Ohne Namen zu nennen, einige gingen auf den Kahn, der Rest wollte es wissen, dieses Mal waren die Arme zu belasten. Den  Spreewald vom Wasser aus zu erleben, wird lange im Gedächtnis eingerastet sein!

Natürlich wurde Rast gemacht, von Boot zu Boot die Stärkung verabreicht, es war toll. Auch wenn es  Paddel-Anfänger zum Teil waren (u. a. Klaus) die manchmal den Kanal sperrten durch falsche Steuerung, Lutz oder Peter paddelten zur Stelle und korrigierten die Richtung. Alles traf sich heil am Ausgangspunkt wieder, die Paddler, die Kahnbenutzer und alle waren happy.

Es war noch „früh“ am Tag, späterer Nachmittag, so dass die Frage kam: Was machen wir mit dem angebrochenen Tag. Kurz entschlossen fuhren einige (die noch die Kraft hatten) zur ehemaligen Abraumförderbrücke F60  bei Lichterfeld. F60 wurde von 1989- 91 von TAKRAF zum Braunkohleabbau erbaut. Konnte maximal 29.000 m3 in einer Stunde bewegen. Ab 2002 ist die Anlage stillgelegt, weil der Bedarf an Braunkohle rasant in den Keller ging.

Von weitem schon sichtbar, die monumentale, gewaltige Stahlkonstruktion. Zum Vergleich der Dimissionen: Eifelturm = 324 Meter Höhe, F60 rund 480 Meter lang. Beim Wandern (insgesamt rund 1,5 km) bis auf luftiger Höhe von 80 Meter, hat man Eindrücke in eine gewandelte Landschaft. In der ehemaligen Tagebaulandschaft entsteht ein Erholungsgebiet rund um den Bergheider See. Das war wieder so beeindruckend wie die zurückliegenden Stunden im Spreewald. Wir hatten die Besichtigung beendet und kräftiges Gewitter und starker Regenguss machte einen Riesentag ein Ende.

Nicht erschöpft, aber mit glänzenden Augen wurde am Sonntag Abschied genommen von unseren liebenswerten Gastgeber aus Dresden. Wir freuen uns auf das Wiedersehen und ab ging es zurück nach Wiesbaden. Hier muss man sich Gedanken machen, was wir OT 53 im nächsten Jahr bieten (Vorschläge sind Willkommen).

Klaus Schiller